Da wir uns in unserem diesjährigem Urlaub gegen einen Mietwagen entschieden haben, wir aber trotzdem zumindest ein kleines bisschen von der Insel sehen und nicht ausschließlich von morgens bis abends am Strand liegen wollten, haben wir uns dazu entschieden über unsere Reiseleitung eine Tour zu buchen.

Es gab eine große Auswahl an unterschiedlichen Touren, wir haben uns dann letzten Endes für eine Crete Jeep Safari entschieden. So wahnsinnig viel wussten wir über die Tour gar nicht, wir wussten nur, dass wir mit dem Jeep von der Nordküste übers Gebirge an die Südküste fahren würden und dann wieder zurück. Hörte sich spannend an. Wir haben gebucht und gespannt den Tag erwartet.

Wir wurden um 8.30 Uhr vor unserem Hotel von einem der Guides abgeholt. Wir haben uns gleich auf zwei Jeeps aufgeteilt, haben auf dem Weg nach Rethymno noch einige Leute abgeholt und sind dann schließlich am großen Sammeltreffpunkt angekommen. Dort sollten wir einen Kollegen treffen. Wir waren mit drei Jeeps vertreten, kurz nach unserer Ankunft kam ein weiterer Guide mit 4 Jeeps an und nach einigen Minuten Warten kam dann auch der besagte Kollege mit einem weiteren Schwung Jeeps. Es war schon ein genialer Anblick so viele Jeeps auf einem Haufen zu sehen.

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Wir waren insgesamt fast 20 Jeeps, haben uns dann aber in zwei Gruppen aufgeteilt. Wir – die Deutschen – waren die größere Gruppe mit 13 Jeeps. Unser Guide Emanuel hat uns dann einige Dinge über den Tagesablauf und das gesamte Prozedere erzählt. Emanuel ist ein witziger Typ, der eine sehr unterhaltsame Art an sich hat. Es versprach ein lustiger Tag zu werden.

Schließlich ging es dann endlich los. Wir reihten uns in einem roten Jeep ans Ende der Kolonne und bildeten das Schlusslicht. Wichtig dabei: der letzte musste das Licht anhaben. Für den Fall, dass am Auto was kaputt ging, sollte man die Hupe laut und lange betätigen. Unser Problem: Hupe kaputt. Aber das war vollkommen normal, wie auch die einen oder anderen Blessuren und Gebrauchsspuren an den Jeeps. Zunächst ging es noch ein paar Minuten eine normal gerade asphaltierte Straße entlang, dann ging es schon in Richtung Gebirge. Die Route wurde steiniger, holpriger, enger, spannender.

Nach ca. einer Stunde Fahrt erreichten wir unseren ersten Stopp in Roustica. Wichtig für die Mädels: Pippipause – trotzdem versuchen, auch wenn man nicht musste. Von einem Gastwirt wurde unsere Truppe bereits erwartet. Wir konnten einen Kaffee trinken oder uns andere Getränke kaufen wie zum Beispiel frisch gepressten Orangensaft. Wir haben uns ein Glas O-Saft gegönnt, der super lecker war. Kein Vergleich mit dem Orangensaft, den man hier so bekommt. Außerdem gab es Weißbrot, das man in kretanisches Olivenöl tauchen konnte. Ich war überrascht wie lecker das schmeckte. Das Öl war total mild.

Nach der kleinen Stärkung hat uns Emanuel durch Routica, einem kleinen ursprünglichen Dörfchen, geführt und uns sehr viel über Kreta erzählt, was ich total spannend fand. Ich wusste gar nicht, dass Kreta bis vor guten 100 Jahren ein selbstständiges Land war mit eigener Sprache. Außerdem erzählte er viel über die Kultur und führte uns in eine alte Olivenmühle bzw. -presse.

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Nach der Stadtführung trafen wir uns wieder beim Gastwirt und es wurde eine Runde Raki ausgeschenkt – auch für die Fahrer. Widerstand zwecklos. Danach ging es dann sofort mit den Jeeps weiter ins Gebirge. Der Weg wurde noch anspruchsvoller, steiniger, holpriger, staubiger. Aber man hatte dafür herrliche Ausblicke auf die Berge und die Landschaft. Obwohl es zum Teil echt nicht einfach war, gute Fotos vom Auto heraus während der Fahrt zu machen, zeige ich euch einige Eindrücke.

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Während der Tour sind wir von unserer hinteren Position immer weiter nach vorne gerückt. Das System ist nicht schlecht. Das Auto, das nach dem Anführer-Jeep fährt, wird irgendwann vom Guide rausgewunken und muss sich ans Ende der Kolonne setzen. So fährt jeder Jeep mal ganz vorne und ganz hinten. Wichtig: der letzte Fahrer muss das Licht ausschalten und der erste Fahrer, der sich dann als letztes einreiht, muss das Licht anschalten.

Bei der Tour war alles dabei: Gebirge, Schotterpisten, kleine süße Dörfer. Nach Roustica haben wir auf 700 Metern Höhe gehalten an einem tollen Aussichtspunkt. Von dort sieht man nämlich sowohl die Nord- als auch die Südküste von Kreta. Das kann man nur an zwei Punkten sehen. Anschließend sind wir dann wieder ins Tal gefahren und zwar an den Ort Plakias. Dort haben die Guides für uns ein Barbecue vorbereitet. Währenddessen konnten wir entweder an den Strand oder an den Pool. Wir haben uns für den Pool entschieden und im Liegestuhl etwas entspannt. 45 Minuten später gab es ein super leckeres Essen mit Steak, griechischem Salat, ein Becherchen Wein, Weißbrot und einem der besten Tzatzikis, das ich je gegessen habe.

Anschließend ging es auf einem anderen Weg wieder durch die Berge zurück zu unserem letzten Stopp. Auch hier ging es wieder über Schotterpisten und unglaubliche Wege, die man niemals mit dem privaten Auto fahren würde. Absoluter Wahnsinn.

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Unser letzter Stopp war in Argiroupoli, hier konnten wir wieder Kaffee oder Erfrischungsgetränke kaufen und uns etwas von der Tour erholen. Hier konnten wir uns auch für den Film vormerken lassen, den Emanuel während der gesamten Tour gemacht hat. Wir haben aber darauf verzichtet. Nach einem kurzen Aufenthalt ging es dann in unserer Anfangsformation wieder zurück direkt zu den Hotels.

Fazit

Klasse! Mehr muss man fast nicht sagen. Die Tour ist sehr abwechslungsreich und man kommt definitiv an Ecken, die man sonst als normaler Tourist nicht sehen würde. Die Tour ist gut organisiert, die Guides sind nett und machen einen sehr guten Job. Jede Minute hat Spaß gemacht. Da man den Jeep auch selber fahren kann, wenn man dies möchte, ist die Tour auch mit etwas Abenteuer verbunden. Die Etappen sind machbar und es werden genügend Pausen eingelegt, in denen man sich stärken und von der Fahrt erholen kann. Die Tour durch Roustica war auch sehr interessant und man hat viel über Kreta und die Kultur gelernt. Einziger kleiner Kritikpunkt: Ich hätte auch gerne eine kleine Runde durch Argiroupoli gedreht und mir das Städtchen noch etwas näher angesehen, denn hier haben wir nur das Gasthaus gesehen. Da wir schon gegen 17 Uhr wieder beim Hotel waren, hätte man sich die Zeit ruhig noch nehmen können. Aber diese Tour hat sich auf jeden Fall gelohnt, sie war spannend, lehrreich, unterhaltsam und ein kleines Abenteuer. Ihr solltet diese Tour auch mal machen, wenn ihr auf Kreta seid – es lohnt sich!

Welche Ausflüge auf Kreta könnt ihr denn so empfehlen?

 

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