Vor 1,5 Jahren war ich das erste Mal in Bremen, um meine Freundin zu besuchen. Und ich war von der ersten Sekunde an total begeistert. Bremen ist eine wunderschöne heimelige Stadt, die total viel zu bieten hat. Kleine Gasse, schöne Gebäude, Erholungsgebiete, die Nähe zum Wasser. Einfach herrlich.

Bevor ich das erste Mal in dieser Stadt war, war Bremen für mich so eine Art weißer Fleck auf der Landkarte. Ja, es ist eine Hansestadt, man kennt die Bremer Stadtmusikanten, aber das war es dann auch schon. Bremen war jetzt nie meine bevorzugte Urlaubsstadt, dann schon eher Hamburg, oder Berlin oder direkt an die Nord- oder Ostsee. Aber Bremen?

Bremen klingt unscheinbar und wenig spektakulär, aber da täuscht man sich gewaltig. Und deswegen möchte ich euch Bremen mit diesem Artikel mal etwas näher bringen.

Das Schnoorviertel

Schnoorviertel_Bremen

Fangen wir doch gleich mit einem meiner Highlights an: das Schnoorviertel. Es ist Bremens ältester Stadtteil und hat einen ganz besonderen Charme. Die Gassen sind eng und heimelig und es verstecken sich dort wirklich tolle Geschäfte. Seinen Namen hat es übrigens daher, dass sich die Häuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert wie Perlen an einer Schnur (plattdeutsch Schnoor) aufreihen. Allein hier kann man schon Stunden mit Bummeln verbringen. Ich beneide die Bremer wirklich um ihr Schnoorviertel. Es gibt einige besondere Geschäfte, in denen man nicht nur typische Souvenirs erhält, sondern auch richtig tolle Geschenke finden kann. Besonders toll finde ich ja den Blech-Laden, in dem es tolle Blechdosen für Tees oder Cornflakes gibt und eine Vielzahl von Blechschildern. Da muss ich mich immer schwer beherrschen. Genauso toll ist aber auch der Papiermodell-Laden. Dort gibt es maßstabsgetreue Modelle von allen möglichen Bauwerken oder Flugzeugen oder Schiffen, die man dann mit Schere und Kleber selber zusammenbasteln kann.

Im Schnoorviertel befindet sich auch das Haus der Geschichten. Stündlich werden die Besucher durch Bremens Stadtgeschichte geführt und geben einen guten Einblick in das Leben aus dem Mittelalter. Eine Frau erzählt von Streichen aus ihrer Kindheit, ein Mann berichtet vom Brand des Doms und ein weiterer Schauspieler erklärt wie Kaffee damals hergestellt wurde. Insgesamt werden acht spannende und kurzweilige Geschichten erzählt. Wenn ihr einmal in Bremen seid, dann müsst ihr unbedingt im Schnoorviertel vorbeischauen und auch mal dem Haus der Geschichten einen Besuch abstatten.

Böttcherstraße

Böttcherstraße_Bremen

Die Böttcherstraße ist ein weiterer sehr guter Anlaufpunkt, wenn ihr auf Geschenke- und Mitbringseljagd seid. Die Böttcherstraße wurde in den 1920-er Jahren erbaut und beherbergt neben verschiedenen Geschäften auch Restaurants, Museen und das Glockenspiel. Gerne wird sie auch als Kunst- und Handwerksgasse bezeichnet. Ihr Name stammt daher, dass früher in dieser Straße die Fassmacher lebten (Fass = Bottich). Die Böttcherstraße hat einige besondere Highlights zu bieten, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Den Anfang macht die Bremer Bonbonmanufaktur.

Bonbon Manufaktur_Bremen

Allein schon der Brunnen vor der Manufaktur ist besonders. Er wurde in Anlehnung an die Sage der Sieben Faulen gebaut, von der er auch seinen Namen erhalten hat. Der Brunnen zeigt die sieben faulen Söhne eines Bauern, die schließlich auszogen und die Welt erkundeten. Nach einigen Jahren kehrten die Söhne nach Bremen zurück und hatten sich einen großen Wissensschatz angeeignet. Sie bauten beispielsweise Entwässerungsgräben auf den Feldern. Die Bremer aber konnten es nicht glauben, dass sich die einst faulen Söhne zu tüchtigen Arbeitern gewandelt hatten und schimpften trotzdem weiter über die sieben Söhne. Der Sieben-Faulen-Brunnen zeigt zwar die noch faulen Söhne, aber wenn man sich das Haus einmal näher ansieht, dann entdeckt man die schlauen und stolzen Söhne am Hausgiebel, die den anderen überlegen sind.

Zurück aber zur Bremer Bonbonmanufaktur. Wie der Name schon sagt, werden dort Bonbons und Lutscher hergestellt, die man dort natürlich auch kaufen kann. Wenn man Glück hat und gerade zur rechten Zeit am rechten Ort ist, dann kann man in der Bonbonmanufaktur bei der Herstellung der Bonbons zusehen. Dies wird nämlich direkt vor den Augen der Besucher und Kunden getan. Am Ende der Zubereitung fallen meistens einige Bonbons zum Probieren ab, die noch ganz warm und dadurch besonders lecker sind.

Ein weiteres Highlight ist das Bremer Glockenspiel, das in seiner Art einzigartig ist. Es besteht aus 30 Glocken, die aus Meißner Porzellan gefertigt wurden. Gespielt werden volkstümliche und maritime Melodien. Dabei drehen sich Holztafeln, die von der Atlantiküberquerung berichten.

Ein Laden in der Böttcherstraße hat mir auch noch besonders gut gefallen und ist ein Muss für alle Teeliebhaber: ein Teegeschäft. Das an sich ist nichts besonderes und findet man wohl in jeder größeren Stadt, aber in diesem Geschäft werden jeden Tag einige Tees für die Kunden zum Probieren aufgebrüht. So erhält man einen viel besseren Eindruck des Tees als wenn man nur an den Teedosen schnuppert.

St. Petri Dom

St Petri Dom_01_Bremen

Bremen hat auch einen recht beeindruckenden Dom, den Sankt Petri Dom, der eine 1.200 Jahre alte Geschichte aufweist. Seine beiden Türme prägen Bremens Stadtbild und bilden einen guten Orientierungspunkt. Eine der beiden Türme kann auch bestiegen werden, von wo man eine schöne Sicht über Bremen hat. Mit dem Bau des Doms wurde bereits im 11. Jahrhundert begonnen.

St Petri Dom_02_Bremen

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Die Baugeschichte des Doms ist von Höhen und Tiefen geprägt. Brände oder Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstören den Dom bzw. Teile davon immer wieder. Der Dom wurde aber jedes Mal wieder aufgebaut. Die letzten größeren Renovierungsmaßnahmen fanden in den 1970ern statt.

Bremer Stadtmusikanten am Rathausplatz

Bremer Stadtmusikanten

Die wohl berühmtesten Bremer sind wohl die vier Stadtmusikanten aus Grimms Märchenerzählungen. Das Wahrzeichen zieht immer viele Besucher an – sofern man es denn findet. Denn es geht gerne am Rathausplatz etwas unter mit den vielen schönen großen Bauten ringsum.

Rathaus

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Das Bremer Rathaus ist einzigartig, denn es ist europaweit das einzige Rathaus aus dem Spätmittelalter, das nie zerstört wurde. Seine Fassade, wie man sie heute noch sieht, ist immer noch das Original aus dem Jahr 1608. Das Rathaus selber wurde bereits 1405 erbaut. Das finde ich sehr beeindruckend.

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Zusammen mit dem Bremer Roland wurde das Bremer Rathaus 2004 zum UNESCO Welterbe der Menschheit ernannt, denn es symbolisiert die Entwicklung der Menschheit zu einer autonomen Gemeinschaft. Außerdem überzeugte das Rathaus durch seine Authentizität. Es wurde seit seiner Erbauung ständig gewartet und immer wieder instand gesetzt. Im 20. Jahrhundert wurde das Bremer Rathaus um einen Anbau erweitert, der ebenfalls im gleichen Baustil errichtet wurde, sodass das alte und das neue Rathaus heute eine Einheit bilden. Ich selber habe das Rathaus zwar noch nicht von innen besichtigt, aber das soll sich wohl auch lohnen, da das Rathaus beeindruckende Säle beherbergt.

Bremer Roland

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Der Bremer Roland steht direkt neben dem Rathaus und gehört ebenfalls zum Welterbe der Menschheit. Der Bremer Roland ist eine aus Stein gebaute 5,5 m hohe Statue, die bereits 1404 erbaut wurde.

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Als Symbol für Freiheit und Marktrecht wurden solche Rolandstatuen typischer Weise im Mittelalter errichtet. Der Bremer Roland ist nicht nur eine der ältesten Statuen überhaupt, sondern deutschlandweit die größte.

Schütting

Schütting_02_Bremen

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Ein weiteres sehr auffallendes Gebäude ist Schütting, das Haus der bremischen Kaufmannschaft. Heute befindet sich darin die Handelskammer Bremen. Das Gebäude wurde 1537 im Stil der Renaissance errichtet.

Schlachte

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Die Weserpromenade Schlachte lädt nicht nur zu einem Spaziergang ein, sondern auch zum Rasten. Dort gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich vom Sightseeing zu erholen, einen Happen zu essen, im Biergarten auszuruhen oder sich zur Weihnachtszeit von einem Mittelaltermarkt verzaubern zu lassen. Man kann hier aber auch Bootstouren machen oder einer der zahlreichen Veranstaltungen beiwohnen, die das ganze Jahr immer mal wieder stattfinden. Neben zahlreichen anderen Restaurants und Bars befindet sich an der Weser auch ein Pfannkuchenschiff.

Pannekoekschip

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Das Pfannkuchenschiff liegt direkt am Ufer der Weser und ist eigentlich keine Sehenswürdigkeit, sondern ein Restaurant. Dafür ein besonderes. Es befindet sich direkt im Schiff und auf der Speisekarte stehen (fast) ausschließlich Pfannkuchen. Diese gibt es in süßen oder herzhaften Varianten, ganz wie es einem beliebt. Da das Restaurant immer gut besucht ist, ist eine Reservierung empfehlenswert.

Osterdeich

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In die entgegengesetzte Richtung der Schlachte liegt der sogenannte Osterdeich. Er ist ein langer Spazierweg entlang der Weser. Hier kann man sich gut die Beine vertreten, wenn man an der Schlachte vorher schön geschlemmt hat.

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Bänke laden auch immer mal wieder zum Rasten und Menschen beobachten ein. Lauftüchtige können auf diesem Weg sogar bis zum Weserstadion laufen, in dem der Fußballverein Werder Bremen immer seine Heimspiele absolviert.

Die Mühle am Wall

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Die Mühle am Wall ist eine alte Windmühle, die heute ein Restaurant beherbergt. Die Windmühle wurde 1833 erbaut, sie wurde aber durch Brände und Kriegseinwirkung immer wieder beschädigt und zerstört, sodass sie immer wieder neu aufgebaut werden musste. Bis 1947 war sie noch als Getreidemühle in Betrieb, seit 1998 befindet sich dort ein Gastronomiebetrieb.

Werdersee

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Etwas außerhalb der City befindet sich der Werdersee, der eigentlich ein Flussarm der Weser ist. Man hat hier ein tolles Naherholungsgebiet mit vielen Grünflächen zum Entspannen, aber auch einem Radweg. Hier findet man schnell ein Plätzchen zur Erholung und Entspannung mitten in Bremen.

Die Innenstadt, das Viertel, der Bürgerpark und und und

Bremen hat noch jede Menge mehr zu bieten als die oben genannten Sehenswürdigkeiten. In der Innenstadt kann man natürlich auch gut einkaufen. Wer auf Schnäppchenjagd gehen möchte, sollte unbedingt einmal in den Bremer Outlets vorbeischauen.

Das Viertel ist das etwas alternative Ausgehviertel, das vor allen Dingen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehr beliebt ist. Hier gibt es Clubs, Diskos, Cocktailbars und und und. Aber auch für Familien hat Bremen viel zu bieten. Es gibt zum Beispiel den Bürgerpark ein Stück hinter dem Hauptbahnhof. Hier gibt es nicht nur Spielplätze, sondern auch eine Minigolfanlage.

Wissbegierige können ihren Wissensdurst ein einem der zahlreichen Museen stillen. Das Universum zum Beispiel erklärt Phänomen aus Natur und Technik auf spielerische Art und Weise und lädt zum Entdecken, Mitmachen und Ausprobieren ein.

Das vielfältige Angebot Bremens wird durch ein tolles Kulturprogramm abgerundet. Es gibt zum Beispiel Musikveranstaltungen in der Glocke oder Theateraufführungen im Theaterschiff.

Mein ganz persönliches Fazit

Bremen ist eine tolle Stadt. Sie hat so viel zu bieten und wirkt doch eher wie eine kleinere Stadt. Viele der Sehenswürdigkeiten sind zentral in der Stadt gelegen und können ganz bequem zu Fuß erkundet werden. Bremen ist vielfältig und hat für wirklichen jeden Geschmack und für jeden Typ etwas zu bieten. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch. Und falls es euch in Bremen doch mal langweilig werden sollte, dann setzt euch einfach in den Zug und fahrt in kurzer Zeit nach Bremerhaven oder nach Hamburg oder an die Nordsee. Die Freizeitmöglichkeiten sind unbegrenzt.

Wart ihr auch schon mal in Bremen und was hat euch besonders gut gefallen? Vielleicht habt ihr ja auch noch einen Geheimtipp für uns.

 

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