Im zweiten Teil meines Florida Berichts nehme ich euch mit in den Everglades National Park. Wir haben uns insgesamt drei Tage dort herumgetrieben und viele Tiere entdeckt sowie vieles über Flora, Fauna und die Everglades gelernt. Was wir erlebt und gesehen haben und was ihr auf jeden Fall machen müsst, verrate ich euch hier.

Die Everglades waren Neuland für mich und ich war mega gespannt. Würden wir Alligatoren sehen und auf welche einheimischen Tiere würde man noch so alles in der Wildnis stoßen?

Bevor wir uns aber in die Everglades gewagt haben, haben wir erst noch in einem Supermarkt Jagd auf Anti-Mücken-Spray gemacht, das wurde uns wärmstens empfohlen. Und es hat sich auch echt ausgezahlt bzw. wären wir sonst wohl noch schlimmer zerstochen gewesen. Ich will nicht wissen, wie es da im Hochsommer zugeht.

die Everglades an sich sind sehr groß und bieten unheimlich viele Aktivitäten. Es gibt Alligatorfarmen oder kleinere Anbieter, die Air-Boat-Touren anbieten, bei denen man mit einem kleinen Boot durch die Everglades fährt. Die Everglades sind übrigens kein Sumpfgebiet, wie viele immer denken, sondern strenggenommen handelt sich dabei um einen Fluss, der sehr sehr langsam fließt. Und auch sonst ist es ein unheimlich interessantes und nährstoffarmes Ökosystem. Aber zurück zu den Aktivitäten. Wir haben uns weder für eine Alligator-Farm noch für einen Air-Boat-Trip entschieden, sondern wir wollten die Everglades zunächst einmal selber erkunden. Es gibt auf dem Weg nach Flamingo – es führt nur eine einzige Straße dorthin – immer mal wieder sogenannte Trials, die durch die Everglades führen. Sie sind mal nur 250 m lang, mal ein knapper Kilometer. Diese Rundgänge sind gut machbar und bieten einen tollen und atemberaubenden und vielfältigen Eindruck der Everglades. Hier mal einige Eindrücke in Bildern:

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Tillandsien gibt es in den Everglades zuhauf und noch dazu in beeindruckenden Größen

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ein Meer aus Seerosen

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Holzstege führen durch die Everglades und bieten tolle Blicke auf Flora, Fauna und unendliche Weiten

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unendliche Weiten soweit das Auge reicht

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manchmal fühlt man sich auch wie im Dschungel

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durch den hohen Eisengehalt im Boden färbt sich das Wasser teilweise blutrot

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die Natur bietet schöne Kontraste

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noch mehr Seerosen – leider nicht in voller Blüte

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ein sehr schöner Lotus-Effekt

Am besten hat mir gleich der erste Trial gefallen und zwar hieß dieser Anhinga-Trial. Den kann ich jedem ans Herz legen. Die Natur ist dort wunderschön, es sind nicht so viele Touristen unterwegs und man kann auch wirklich mal einfach nichts hören. Nach Washington und New York war das wirklich sehr angenehm und erholsam. Ich habe diesen Trial wirklich sehr genossen und wir sind ihn auch zweimal an verschiedenen Tagen gegangen. Und hier hatte man auch die größte Trefferquote auf einen Alligator zu stoßen.

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Es war schon ziemlich beeindruckend, diesen Tieren so nahe zu sein und das in freier Wildbahn. Aber es gab auch noch weitere Tiere zu entdecken, ganz besonders viele verschiedene Vögel.

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American White Ibis

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Krähen

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Vultures, vor denen sollte man sein Auto schützen

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Anhingas (Schlangenhalsvögel), die ihr Gefieder in der Sonne trocknen lassen

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Great Blue Haron, ein eher scheuer Vogel

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Great Egret, den man oft in den Weiten der Everglades entdecken kann

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Brown Pelicanes, die auch gerne mal nur wenige Zentimeter über dem Wasser dahingleiten

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in den Everglades trifft man auf eine Vielzahl von Echsen

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Heuschrecken in schillernden Farben

Everglades_Schlange
Schlangen

Everglades_Schnecke
Schnecken

Everglades_Spinne
Spinnen

Shark Valley_Everglades_SchildkröteSchildkröten

Die Everglades sind unheimlich vielfältig was das Pflanzenreich und das Tierreich angeht. Das fand ich sehr beeindruckend. Neben den einzelnen Trials, sind wir an einem Tag auch ins Shark Valley gefahren und haben dort an einer Tram Tour teilgenommen. Zuerst war ich mir nicht ganz sicher, ob die Tour mit Guide so eine gute Idee ist, aber die 15 km lange Route konnte man nicht laufen und Fahrräder leihen war mir zu teuer. Deswegen haben wir uns dann doch für die Tram Tour entschieden. Und ich muss sagen: sie war einfach großartig. Unser Guide hat total viel erzählt. Über die Geschichte der Everglades und das ganze Ökosystem. Vor vielen vielen Jahren gab es dort tatsächlich Haie (deswegen auch Shark Valley). Er hat uns auch auf viele Tiere aufmerksam gemacht und uns gerade bei den Vögel erklärt, welche Art das ist, wie man das Alter und das Geschlecht erkennt. Das hätten wir ohne diese Tour nie erfahren. Wenn ihr einmal dort seit, müsst ihr auch unbedingt diese Tour machen. Es lohnt sich und man erfährt eine Menge über die Everglades.

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Alligatoren liegen oft gut verborgen im Wasser und entgehen ungeschulten Touri-Augen oft

Shark Valley_Everglades_Boden
man hat die Möglichkeit, ein wenig in den Everglades herumzuwaten und bekommt dann auch mal ein Stück Boden

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auf der Hälfte der Tour gibt es einen Aussichtsturm, der herrliche Blicke über das Gebiet preisgibt

Shark Valley_Everglades_Alligator mit Baby
mein persönliches Highlight: Mamagator mit Babygator auf dem Rücken – sooo süß

Wenn man Tiere in seiner natürlichen Umgebung sehen möchte, dann hat man bei dieser Tram Tour gute Chancen. Wir haben dort die meisten Tiere gesehen, nicht zuletzt weil unser Guide und der Fahrer uns oft darauf aufmerksam gemacht haben. Aber eine Garantie, dass man Babyalligatoren auch wirklich sieht, gibt es natürlich nicht. Deswegen gehört da auch immer ein wenig Glück dazu und ist wohl auch Jahreszeiten abhängig. Für mich hat sich diese Tour total gelohnt.

Als nächstes wollte ich auch unbedingt noch eine Bootstour durch die Ten Thousand Islands machen. Das klang im Reiseführer total toll. Bei dieser Tour fährt man ca. 90 Minuten durch Mangroven und kann mit ein wenig Glück Manetees oder Delphine sehen.

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eine der vielen Mangroven-Inseln

Ten Thousand Islands_02Mangroven so weit das Auge reicht

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Möwen, die ihre Schnäbel in den Wind halten

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ein kleiner Eindruck wie weitläufig die Ten Thousand Islands sind

Ich war wirklich gespannt, was mich auf dieser Bootstour erwarten würde. Man hat wieder viele Vögel in den Bäumen gesehen, unheimlich viel Wasser und unheimlich viele Mangroven und kleine Inselchen. Manetees wollten sich leider bei unserer Tour nicht zeigen lassen. Tja, das ist eben Pech und lässt sich nicht ändern. Zum Glück konnten wir immerhin einen Delphin beim Fischfang beobachten und ihm eine Weile dabei zusehen.

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Ten Thousand Islands_Delfin_02

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Der Delphin war das Highlight der ganzen Tour und das Einzige wirklich spannende. Sonst gab es nicht so viel interessante Dinge zu sehen. Von daher war ich von der Tour ein klein wenig enttäuscht. Ich hab es mir irgendwie anders und schöner und aufregender vorgestellt. Noch dazu ist so eine Bootstour nicht ganz billig. Natürlich hätte es auch anders sein können, dass man mehr Delphine und Seekühe sieht. Wie schon gesagt, gehört bei solchen Touren eine Portion Glück dazu. Trotzdem würde ich die Tour nicht noch einmal machen. Die Tram Tour war da um Längen besser.

Unsere Urlaubstage rannen nur so dahin und bald hieß es schon wieder Koffer packen. Aber vorher hatten wir doch noch ein paar Tage Zeit für die Golfküste. Davon berichte ich euch aber im nächsten und somit letzten Teil meines Urlaubsberichts.

 

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