In meinem ersten Beitrag über Dresden ging es um die bekanntesten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten Dresdens, was man bei seinem Besuch einfach gesehen haben muss. Aber Dresden hat noch so viel mehr zu bieten und ist sowohl im Sommer als auch in der Adventszeit eine Reise wert.

Was Dresden sonst noch zu bieten hat

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Neben Frauenkirche, Zwinger, Residenzschloss & Co. gibt es noch so viel mehr, das man in Dresden machen, erleben und entdecken kann. Oftmals lohnt es sich dabei das Kerngebiet zu verlassen und einige Kilometer aus der Stadt rauszufahren. Aber vieles findet man auch mitten in Dresden und ist ohne Probleme zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Schloss Pillnitz

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Na, kommt euch dieses Bild vielleicht bekannt vor? Die Biermarke Radeberger nutzte diese schöne Kulisse für einen ihrer Werbespots. Schloss Pillnitz liegt am Stadtrand von Dresden und ist in jedem Fall einen Besuch wert. Es wurde im 18. Jahrhundert erbaut und dort resdierten die Sächsichen Kurfürsten und Könige während der Sommermonate. Man kann es gut nachvollziehen, denn mit seiner Parkanlage und an der Elbe gelegen lädt es zu langen Spaziergängen ein und bietet ein Ort der Ruhe und Erholung.

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Schloss Pillnitz besteht aus drei Gebäuden: Das Wasserpalais, das über eine Treppe direkt an die Elbe führt, das Bergpalais und das Neue Palais. Zwischen den Gebäuden befindet sich ein Lustgarten, der durch einen Schlosspark, einen Englischen Garten und einen Chinesischen Garten erweitert wurde. Heute befindet sich in den drei Gebäuden das Schlossmuseum Pillnitz und das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlung Dresden.

Eine Besonderheit der riesigen Parkanlage ist die Pillnitzer Kamelie. Sie wurde 1801 gepflanzt und ist 8,90 Meter hoch. Mit ihren 230 Jahren ist sie eine der ältestens Kamelien in Europa (wovon es eh nur 3 Stück in Europa gibt). Der Baum ist also eine wahre Rarität und mit seinen 35.000 Blüten auch sehr prachtvoll. Außerdem gibt es im Park noch eine Orangerie, schöne Pavillions, eine Tritonengondel und ein Palmenhaus. Es gibt also neben den Gebäuden und den Museen viel zu entdecken und für einen ausgiebigen Besuch kann man ruhig einen Tag einplanen.

 

Verkehrsmuseum Dresden

Das Verkehrsmuseum ist ebenfalls zentral gelegen und ist in einem Anbau des Residenzschlosses untergebracht. Es beherbergt Ausstellungsstücke rund um Eisenbahn, Luftverkehr, Schiffart und Straßenverkehr. Das Verkehrsmuseum wurde 1956 eröffnet und stellt auf ca. 5000 m² sehr schön die Geschichte des Verkehrs da. Man bekommt alte Eisenbahnen, Autos und Straßenbahnen zu sehen. Außerdem Fahrräder, Motorräder, Schiffe und Aussstellungsstücke aus der Luftfahrt. Leider ist die Ausstellungsfläche für alle Exponate, die das Museum eigentlich hätte, zu klein. Deswegen wurden einige Ausstellungsstücke an andere Museen verliehen.

Aber dennoch hat das Museum einige Highlights zu bieten. Zum Beispiel ist im Dresdner Verkehrsmuseum Deutschlands älteste noch erhaltene Dampflok aus dem Jahre 1861 ausgestellt oder es gibt dort einen Helikopter Flugsimulator (Typ EC 135), den die Besucher selber fliegen können. Was vor allen den Kindern und Männern gefallen wird ist eine Modelleisenbahn der Spur 0. Auf einer Fläche von 325 m² ist eine tolle Landschaft aufgebaut, durch die zu bestimmten Zeiten Züge fahren. Die Modelleisenbahn in Fahrt sollte an auf keinen Fall verpassen.

In diesem Museum kann man je nach Interesse einen halben bis ganzen Tag verbringen. Es gibt viel zu entdecken. Es sind einige sehr spannende und interssante Exponate ausgestellt und man erfährt sehr viel über die Geschichte des Verkehrswesen.

 

Deutsches Hygiene-Museum

Dieses Museum kann ich nur empfehlen. Das Hygiene-Museum hat mich richtig beeindruckt und auch hier kann man problemlos einen halben Tag oder noch länger verbringen. Es wurde 1912 gegründet und hatte das Ziel, die Bevölkerung in Sachen Gesundheit, Humanbiologie und Medizin aufzuklären. Dieser Auftrag ist dem Museum sehr gut gelungen. Es vermittelt in verschiedenen Bereichen und zum Teil auch kindgerecht viele Aspekte des menschlichen Lebens, wie zum Beispiel Ernährung, Hygiene, Anatomie oder Gesundheitsversorgung. Das bekannteste und beliebteste Ausstellungsstück ist der Gläserne Mensch (1930) bzw. die Gläserne Frau (1935). Beide Ausstellungsstücke bieten einen sehr guten und  plastischen Einblick in das Innenleben des Menschen. Man sieht also beispielsweise wo welche Organe sitzen.

Im zweiten Weltkrieg wurde das Museum durch die Luftangriffe stark beschädigt und auch ein Teil der Sammlung wurde zerstört. In der DDR-Zeit wurde das Hygiene-Museum wieder aufgebaut und in den 1990-er Jahren wurde das Konzept überarbeitet. Dabei kehrte man zu den Ansätzen der Gründer zurück und konzentrierte sich wieder auf das ursprüngliche Ziel.

Heute versteht sich das Museum als „öffentliches Forum für Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft“. Anfang 2000 wurde es grundlegend saniert und umgebaut. Aktuell gibt es zwei Dauerausstellungen:

  • Abenteuer Mensch: Darin erfahren die Besucher viel über den Menschen, seinen Körper und gesundheitliche Aspekte. Außerdem wirnd ein Bezug zur Kultur und Gesellschaft geschaffen
  • Kindermuseum „Unsere fünf Sinne“: Dieser Teil ist auch für Erwachsene interessant. Hier lernt man viel über die menschlichen Sinne und ihre Leistungsfähigkeit. Dabei kann man auch viel selber experimentieren, gucken, anfassen und manche Phänome hautnah erleben.

Neben den Dauerausstellungen gibt es auch wechselnde Sonerausstellungen, die sich mit aktuellen oder auch historischen Fragen aus Wissenschaft, Kunst und Kultur oder Gesellschaft auseinandersetzen.

 

Gläserne Manufaktur

Gläserne Manufaktur_VW

Die Gläserne Manufaktur von VW erfreut wahrscheinlich vor allen Dingen Männer und Auto-Fans. Sie wurde am 19.03.2002 in Betrieb genommen und die ersten vier Tage konnte die Öffentlichkeit die Manufaktur besichtigen. Neben den Fertigungsanlagen befinden sich darin auch einige Gastronomiebetriebe und eine Kultureinrichtung. Die Gläserne Manufaktur wurde extra für die Produktion des VW Phaeton gebaut. Heute gibt es Führungen und Besucher sowie Kunden bekommen Einblicke in die Montage dieser Fahrzeuge. Für VW- und Autofand bestimmt ein echt tolles Erlebnis. Ich selber war noch nicht drin, wir haben uns das Gebäude nur von außen angesehen.

 

Blaues Wunder

Blaues Wunder

Heute ist von der hellblauen Farbe leider kaum noch etwas zu sehen. Das Blaue Wunder ist eine Stahlfachwerkbrücke und war damals eine Sensation. Sie war die ersten Brücke mit einer Spannweite von 141 m aus Metall, die keine Strompfeiler in der Elbe brauchte. Heute ist diese Brücke eher eine technische Sehenswürdigkeit als eine Schönheit.

Die Brücke wurde 1893 nach nur zwei Jahren Bauzeit fertig gebaut und war die fünfte Elbbrücke in Dresden. Wie durch ein Wunder blieb sie von den Luftangriffen 1945 verschont und musste auch sonst weder um noch neugebaut werden.  Somit ist sie heute eine der Brücken mit ältester Bausubstanz.

 

Neustadt

Wer es etwas alternativer, jünger und flippiger mag, ist in der Neustadt genau richtig. Die äußere Neustadt ist das größte Szene- und Kneipenviertel der Stadt. Hier findet man viele Bars, Kneiben, Clubs und Restaurants der verschiedensten Ausrichtungen. Hier gibt es auch ein vielseitiges Kulturangebot und ist als Wohngegend für junge Menschen und Studenten sehr bliebt.

 

Striezelmarkt

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Wer die Möglichkeit hat, sollte Dresden mal in der Adventszeit besuchen und auf den Striezelmarkt gehen. Denn wenn ich mich richtig erinnere, ist dies Deutschlands ältester Weihnachtsmarkt. Er wird auf dem Altmarkt errichtet und sein Name leitet sich vom Dresdner Stollen (=Striezel) ab.

1435 fand der erste Striezelmarkt überhaupt statt. Damals war er noch ein eintägiger Fleischmarkt, auf dem sich die Stadtbewohner ihren Weihnachtsbraten aussuchen konnten. Im Laufe der Zeit wurde neben dem Fleisch auch andere Waren verkauft. Und so entwickelte sich nach und nach der Striezelmarkt, wie wir ihn heute kennen. 2014 wurde schon der 580. Striezelmarkt abgehalten.

Abgesehen davon, dass der Striezelmarkt an sich schon ein Highlight ist, gibt es noch zwei weitere. Der Haupteingang zum Weihnachtsmarkt ist der größte begehbare erzgebirgische Schwippbogen. Er ist 13,5 Meter breit und über fünf Meter hoch. Man kann ihn via Stufen begehen und von dort hat man einen sehr schönen Blick auf den Striezelmarkt. Im Foto kann man ihn etwas erkennen – dort steht auch groß „Dresdner Striezelmarkt“ drauf. Das zweite Highlight ist die weltweit größte Stufenpyramide ebenfalls aus dem Erzgebirge. Sie ist 14,62 Meter hoch und steht seit 1999 sogar im Guinness-Buch der Rekorde. Die sieht schon auch sehr beeindruckend aus.

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Außerdem dem Striezelmarkt gibt es in Dresden noch andere Weihnachtsmärkte, die ebenfalls einen Besuch wert sind. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die ganze Stadt ein einziger Weihnachtsmarkt ist. Zum Beispiel befindet sich in der Prager Straße noch ein weiterer Weihnachtsmarkt oder ein Mittelalter-Weihnachtsmarkt im Stallhof. Der Weihnachtsmarkt auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche ist ebenfalls schön und eine schöne Kulisse.

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Filmnächte am Elbufer

Aber auch im Sommer hat Dresden ein ganz besonderes Highlight zu bieten. Nämlich die Filmnächste am Elbufer. Sie finden seit 1990 von Juni bist August gegenüber der Altstadt-Silhouette statt. Leider hab ich es bis jetzt noch nicht geschafft, dorthin zu fahren. Wir haben nur die Abbau-Arbeiten beobachtet. Aber ich stell es mir total schön vor.

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Während dieser Zeit finden dort OpenAir Konzerte namhafter Künslter statt – zum Beispiel waren Die Ärzte oder Die Fantastischen Vier schon da – oder nach Sonnenuntergang werden aktuelle und historische Kinofilme gezeigt. Diese Veranstaltung gilt als die größte ihrer Art in ganz Deutschland. Bei OpenAir Konzerten mit Stehplatz gib es Platz für bis zu 15.000 Besucher, was ich schon eine beachtliche Menge finde. Auch die Leinwand ist einzigartig. Sie ist nämlich die größte mobile Kinoleindwand der Welt mit 448 m² (32 Meter breit und 14 Meter hoch). Sie wird tagsüber oft eingefahren, damit sie den Blick auf die historische Altstadt nicht stört, und kann auch um 90 Grad gedreht werden, sodass sie während der Konzerte als Dach dient. Ich muss da dieses Jahr unbedingt hin. Leider gibt es bis jetzt nur die Konzert-Termine und noch kein Kino-Programm.

 

Shoppen in der Prager Straße und in der Altmarkt-Galerie

Prager Straße

Wem das jetzt alles zu viel Kultur war, keine Sorge. Man kann auch super in Dresden shoppen. Da wäre zum einen die Prager Straße, die Haupt-Einkaufsmeile. Links und rechts finden sich viele Geschäfte, Dönerständte, Coffee-Shops, … Man wird da garantiert fündig. Am Ende der Prager Straße trifft man übrigens den ebenfalls sehenswerten Dresdner Hauptbahnhof. Neben der Prager Straße gibt es auch noch die Altmarkt-Galerie. Dies bietet sich besonders bei schlechtem Wetter an, da sich alle Geschäfte in einem Einkaufszentrum befinden.

 

Essen und Trinken

Verhungern und Verdursten tut man in Dresden auf keinen Fall. Es gibt ein paar echt Einkehrmöglichkeiten. Hier sind drei meiner Empfehlungen.

Löffelbar in Dresden

Die Löffelbar ist großartig und besonders super, wenn man schnell was für Zwischendurch braucht, also wenn man eigentlich auf einer Sightseeing-Tour unterwegs ist. Wir haben sie eher zufällig entdeckt. Die Löffelbar ist eine Einrichtung – Restaurant ist eher schon übertrieben – in der es nur Gerichte zum Löffeln gibt. Eigentlich ist es ziemlich primitiv. Es gibt eine Theke, an der man sein Essen und seine Getränke bestellt. Zur Auswahl stehen meist drei Suppen und / oder Eintöpfe und bei uns gab es auch was süßes. Ich weiß jetzt nur nicht mehr ob es Grießbrei oder Milchreis war. Die Löffelbar hat eher Kantinenfeeling und ist recht spärlich eingerichtet. Die Gerichte schmecken aber super lecker, können in drei verschiedenen Größen ausgewählt werden und sind vom Preis her recht günstig. Das Personal ist zudem superfreundlich.

Cocktailbar und Restaurant

Als Cocktailbar und Restaurant kann ich euch das Rauschenbach sehr empfehlen. Es ist ziemlich gut besucht und manchmal etwas laut, aber die Atmophäre ist toll und auch die Auswahl der Speisen und Getränke. Da wird jeder fündig und es gibt eine gute und bunt gemischte Auswahl. Ihr könnt euch ja schon mal von der Speisekarte des Rauschenbach inspirieren lassen. Es ist ein etwas besseres und gehobeneres Restaurant, die Hauptspeisen kosten auch mal über 10 Euro. Aber die Qualität und die Menge rechtfertigen den Preis. Es ist eine gute Adresse, wenn man einen schönen Abend in Dresden verbringen und sich mal mehr als nur eine Pizza gönnen möchte.

Wie man sieht bekommt man in Dresden gutes Essen sowohl für einen günstigen Preis in der Löffelbar auch für etwas mehr im Rauschenbach.

 

Wart ihr selber auch schon einmal in Dresden und vielleicht könnt ihr ja auch besondere Restaurants, Clubs oder Bars empfehlen? Ich freue mich auf eure Kommentare.

 

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